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Ein ermutigendes Buch für Betroffene und Angehörige

Der Autor Peter Gross  klagt in seinem Buch das System an und möchte durch seine Geschichte nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch Dinge verändern. Er selbst hat es durch Glück – nicht  zuletzt aber auch durch Unterstützung seiner treuen Partnerin  – geschafft, dem Teufelskreis zu entrinnen. Dass darin ein Amtsarzt eine klägliche Rolle spielt, ist haarsträubend und heute nicht mehr denkbar.

Der Autor schildert eindrucksvoll seine  von Angst geprägte Kindheit und das schwierige Verhältnis zu seinem strengen Vater. Obwohl er glaubte, diese Zeit hinter sich gelassen zu haben, holten ihn die seelischen Prägungen später wieder ein. Nach einem plötzlichen Jobverlust geriet er in eine schwere psychische Krise und stürzte sozial ab. Seine Geschichte zeigt erschreckend, wie das Versagen mehrerer Stellen – nicht zuletzt auch der IV– einen Menschen unverschuldet in Armut und Hoffnungslosigkeit stürzen kann – es gab kein „Sprungtuch“, das ihn auffing. Es folgte ein langer, zermürbender Kampf um Stabilität und Würde.

Trotz zunehmender Erschöpfung gab Gross nicht auf. Besonders die bedingungslose Unterstützung seiner Lebensgefährtin half ihm, nicht zu zerbrechen und schließlich einen Ausweg zu finden. Das Buch ist emotional, eindringlich und zeigt, wie schnell ein Mensch durch äußere Umstände und fehlende Hilfe in existenzielle Not geraten kann. Gleichzeitig ist es eine klare Kritik am System und kann Betroffenen Mut machen, nicht aufzugeben und an Veränderung zu glauben.

Kurzum: Es ist die aufrüttelnde Geschichte eines Mannes, der wegen seiner in  der Kindheit erlittenen Traumata im Erwachsenenalter psychisch erkrankte und dem daraufhin eine  Odysse durch Institutionen und Ämter  aufgezwungen wurde. Mit unbändigem Willen, der Partnerin die ihn jederzeit stützte  mit einer Traumatherapie erreichte er sein Ziel: Ein gutes Leben zu haben.