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Öffentlicher Anlass vom 29. Oktober 2026 in Wil/SG – 13:30-17:30

In Kürze: Peers in der Psychiatrie

Peers sind Personen, die selbst psychische Krisen oder Erkrankungen erlebt haben und diese Erfahrung nutzen, um andere Betroffene auf Augenhöhe zu begleiten und zu unterstützen. Dafür absolvierten sie eine spezielle Ausbildung zur Peer-Arbeit. Aus eigener aus eigener Erfahrung…

  • wissen sie, was in Krisen, bei Behandlungen und auf dem Weg der Genesung hilfreich oder belastend sein kann.

  • teilen sie mit Betroffenen eigene Erfahrung mit psychischen Krisen oder Erkrankungen, was einen Austausch auf Augenhöhe ermöglicht.

  • zeigen sie, dass Genesung und ein selbstbestimmtes Leben möglich sind.

  • unterstützen sie Betroffene dabei, eigene Ressourcen und Entscheidungen zu entwickeln.

  • tragen mit ihrem offenen Umgang mit der eigenen Erkrankung zur Verminderung von Vorurteilen gegenüber psychisch erkrankten Menschen bei.

  • können sie eine Brücke schlagen zwischen Betroffenen, Fachpersonen und Angehörigen

 

Peerarbeit ist auch eine Entlastung für Angehörige

Angehörige  erhalten Verständnis, Orientierung und Entlastung im Umgang mit Personen mit psychischen Erkrankungen. Persönliche Erfahrungen vermitteln Hoffnung, neue Perspektiven eröffnen und helfen, Unsicherheiten oder Schuldgefühle abzubauen. Gleichzeitig werden Angehörige in ihrer Rolle gestärkt und ermutigt, auf die eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu achten.

Angehörige von psychisch erkrankten Menschen gibt es viele.

Gemäss Sotomo Studie von 2024 sind 23 % der Bevölkerung in der Rolle als Angehörige; statistisch ist also fast jede vierte Person, der man begegnet, Angehörige eines psychisch erkrankten Menschen.
Zudem sind psychische Erkrankungen immer noch stigmatisiert und sind mit Vorurteilen behaftet. Gemäss der Gesundheitsstudie der CSS-Krankenversicherung von 2022 zählten 78 % der Befragten die psychischen Erkrankungen zu denjenigen mit zu wenig gesellschaftlichem Verständnis. Diese lagen damit an der Spitze aller Erkrankungen. Dieses mangelnde Verständnis erleben auch Angehörige immer wieder. Hier bieten Angehörigenpeers eine hilfreiche Unterstützung.

 Einblick in die praktische Arbeit von  Peers

 Das vermittelt der Film „Hoffnungsträger in der Psychiatrie“ aus dem Jahr 2021. Peerarbeit in der Psychiatrie ist demnach nicht  ganz neu. Dennoch ist sie nicht in dem Mass verbreitet, wie sie es verdient. Er macht  deutlich, dass Peerarbeit Voraussetzung  für einen gelingenden Genesungsprozess ist.

Zur Vertiefung in die Thematik: Zwei aaktuelle Publikationen

Aus der Beilage Bildung des Tagesanzeigers vom 24.9.26

 

Podcast der Stiftung Patientensicherheit Schweiz von 2024: Von Betroffenen für Betroffene – Die Rolle von Peers in der Psychiatrie – Interview mit Maurizio Deganello, Leiter Pflegeentwwicklung der Psychiatrischen Dienste Aargau